Endlich ist es soweit, wir übernehmen die Camper! Tokio war sehr spannend, aber wir sind nicht nach Japan geflogen, um unsere Zeit in Hotels in Großstädten zu verbringen, wir möchten etwas vom Land er-fahren! Vor allem die kompakte Größe der Camper ist für viele eine Herausforderung. Aber Herausforderungen machen das Leben doch auch spannend, nicht wahr? Lest, wie es uns in den ersten Tagen unterwegs so ergeht:
- Bevor wir am nächsten Tag unsere Camper in Empfang nehmen, bekommen wir noch eine Einführung in Sachen Autofahren in Japan. Dafür habe ich einen kleinen Konferenzraum gemietet.
- Am nächsten Morgen ist es dann soweit. Zunächst erledigen wir die Formalitäten.
- Da Japan unsere Führerscheine nicht anerkennt, benötigen wir eine japanische Übersetzung. Das haben wir bereits im Vorfeld für alle Teilnehmer organisiert.
- Der erste Eindruck der Mietmobile ist ehrlich gesagt nicht gerade positiv. Sie sind älter als wir gedacht hatten und weisen einige Gebrauchsspuren auf.
- Der einsetzende Regen macht die Situation nicht unbedingt besser. Es zieht sich alles in die Länge.
- Die ersten Paare verlassen die Vermietstation und nehmen Kurs auf den Supermarkt.
- Straßen Japans, aufgepasst, wir kommen! Sie sind wirklich klein die Camper. Da weiß man wieder, was man doch an seinem eigenen Wohnmobil hat. Aber für drei Wochen arrangieren wir uns. Das wird schon!
- Der erste Einkauf ist unglaublich spannend! Wir suchen uns einen Wolf, um Butter, Brot, Olivenöl und Co zu finden. Soja-Sauce, Pilze, Fisch, das hat es im Überfluss, aber so ein Brot zum Frühstück wäre doch nicht verkehrt…Auch das Bezahlen an der Kasse will gelernt sein! Aber wir meistern diese Hürde mit Bravour und füllen den Kühlschrank.
- Nach und nach trudeln alle Mitfahrer auf dem Campingplatz ein. ich fahre als Letzte mit den zwei letzten Paaren.
- Zum Glück hatte ich für den ersten Abend ein Barbecue bestellt. Als ich ankomme, sitzen alle bereits in lustiger Runde beisammen. Ich dachte, die Stimmung wäre nicht so gut wegen der Enttäuschung über die Camper aber weit gefehlt! Die Gruppe klatscht Beifall als wir dazu stoßen und die Stimmung ist super. Mir fällt ein Stein vom Herzen.
- Anscheinend habe ich tolle Leute dabei, die Lust haben auf etwas Abenteuer!
- Diese Mietmobil-Tour durch Japan ist wahrlich eine Reise ins Unbekannte und ich freue mich, dass ich so entdeckungsfreudige Teilnehmer dabei habe.
- Auf dem Campingplatz in Nikko richtigen wir uns für zwei Nächte ein.
- Die Ausstattung der Camper ist recht einfach und ich unternehme eine kleine Einkaufstour und besorge noch Bettdecken, Verlängerungskabel und richtige Gläser, denn wenn etwas nicht geht, dann ist es den Sake, Wein, Whisky oder sonstige Apéro-Getränke aus Plastikbechern zu trinken. Da hört der Spaß auf!
- Zum Umtrunk bringe ich die neuen Sachen mit und es ist ein wenig wie die Bescherung am Heiligen Abend. Ich erhitze Sake und wir stoßen auf die gemeinsame Tour an. Kampai, Prost!
- Der Verantwortliche des Campingplatzes hat mir erzählt, dass man in der Nähe an einem See nachts Glühwürmchen sehen könne. Zumindest hatte ich das verstanden. Wir kommunizieren mit Google Translator und wer weiß, vielleicht gibt es statt Leuchtkäfer ja auch ein Feuerwerk?!
- In der Dunkelheit tappen wir mit Taschenlampen bewaffnet durch den Wald und sind völlig baff, als wir kurz vor dem See Japaner mit roten Leuchtstäben vorfinden, die uns den Weg weisen. Als dann auch noch Musik ertönt, glauben wir, wir seien im falschen Film. Nur Glühwürmchen sehen wir keine aber der Ausflug war so skurril, dass das im Grunde gar nicht schlimm ist.
- Mit dem Bus erkunden wir Nikko.
- Leider regnet es heute und alles sieht irgendwie grau aus.
- Doch die Tempelanlage ist dennoch sehenswert. Dank des Regens hat es weniger Besucher.
- Die reichen Verziehrungen an den Schreinen sind auch bei Nieselregen schön anzusehen.
- Die berühmten drei Affen im Toshogu-Schrein. Der eine hört nichts, der zweite sagt nichts und der dritte sieht nichts.
- Elefanten als Dekoration und das, obwohl es hier damals überhaupt keine Dickhäuter gab!
- Der erste Teil des weitläufigen Tempelbezirks ist stark besucht und steht in jedem Reiseführer.
- Doch Kyoko nimmt uns mit in einen ebenfalls wunderschönen Teil, wo wir fast allein sind.
- Die englischen Übersetzungen bringen uns regelmäßig zum Schmunzeln. Wir brauchen eine Eintrittskarte für die Zukunft? Na dann, ich hätte gerne eine!
- Wir setzen unser Besichtigungsprogramm fort.
- Mit diesem Gesellen ist anscheinend nicht gut Kirschen essen.
- Apropros Essen, allmählich meldet sich der kleine Hunger. Ein Dango, ein Spieß aus Reisbällchen ist da genau das Richtige.
- Nikko ist auch bekannt für Yuba. Yuba ist die Tofu-Haut, die sich bei der Tofu-Herstellung oben in der Flüssigkeit absetzt, ähnlich der Haut, wenn man Milch kocht.
- Da es auch abends regnet, verlegen wir das Briefung in den Vorraum der Rezeption und lassen bei einem Gläschen den Tag gemeinsam ausklingen. Morgen geht es auf kurvigen Straßen in die Berge, ich hoffe, ihr seid wieder mit dabei!