Noch immer ist unklar, wann die USA Touristen wie uns auf dem Landweg die Einreise wieder erlauben werden. Aktuell bleibt die Grenze bis einschließlich 21. April geschlossen. Wir wären gern am 04. April eingereist, was nun nicht klappt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben, irgendwann wird das schon noch klappen! So beschließen wir, noch ein paar Tage einzuschieben und uns mehr Zeit zu lassen, bis in einem knappen Monat wieder Neuigkeiten verkündet werden. Eine Chance geben wir uns noch, die Grenzöffnung gemeinsam zu erleben! Und es gibt wahrlich schlimmeres, als ein paar Tage länger in Mexiko zu verweilen. Wir fühlen uns wohl und können uns deutlich freier und unbeschwerter bewegen als in den meisten Ländern Europas. Also klagen wir nicht, sondern erfreuen uns an der Reisefreiheit, den abwechslungsreichen Landschaften und den großen und kleinen Wundern der Natur!
- Der Großteil der Gruppe sieht sich heute die beeindruckende archäologische Anlage Teotihuacán an. Leider darf man wegen Corona aktuell weder die Sonnen-noch die Mondpyramide besteigen. Doch auch von unten ist der Anblick beeindruckend.
- Um wieder einmal die Gas-Reserven aufzufüllen, haben wir den Gas-Wagen auf den Campingplatz bestellt. Zum Glück haben wir die richtigen Adapter dabei, so bekommen wir alle Flaschen und Tanks gefüllt.
- Auch kleinere Arbeiten und Reparaturen werden von Mechanikern durchgeführt, die auf den Campingplatz kommen. So werden Bremsbeläge getauscht, ein Schutz gegen das Aufsetzen montiert, ein leckender Gastank überprüft sowie eine verklemmte Treppe, die nicht mehr ein und ausfährt, wieder in Gang gesetzt.
- Ein Ölwechsel ist von all den Aufgaben noch die, die am schnellsten erledigt wird.
- Ich begleite am Nachmittag einen Teilnehmer zum MRT, wo wir ganz kurzfristig einen Termin erhalten haben. Im Anschluss essen wir in Tepotzotlán zu Mittag.
- Der steht wohl schon etwas länger hier…da macht auch ein Covid19-Test keinen Sinn mehr, oder was meint ihr?
- Da die USA verkündet haben, dass die Grenze noch bis mindestens Ende April für Touristen auf dem Landweg geschlossen bleibt, schieben wir noch ein paar Tage ein.
- Es zieht uns in die Berge.
- Und zwar genau dorthin, wo es auch Jahr um Jahr Abermillionen Monarchfalter zieht.
- Ein Guide führt uns zu den wenigen Bäumen im Wald, wo sich die Schmetterlinge versammeln. Da wir uns mal wieder auf über 3.000m befinden, geraten wir schnell außer Puste.
- Die orange-schwarz-farbenen Schmetterlinge fliegen im Herbst tausende Kilometer von Nordamerika nach Mexiko zum Überwintern.
- In riesigen Trauben hängen sie in den Bäumen.
- Ein Schmetterling fliegt auf Sandra…wen wundert’s!
- Die männlichen Schmetterlinge sterben übrigens kurz nach der Paarung, sie verlieren Wasser, verblassen und sterben. Das Männchen erkennt man an den zwei schwarzen Punkten auf den Flügeln.
- Die Weibchen ereilt ein ähnliches Schicksal nach der Eiablage.
- Heute übernachten wir an zwei verschiedenen Plätzen, die aber nur etwa 2km auseinander liegen. Ein paar Teilnehmer werden von einheimischen Guides abgefangen, die behaupten, an dem von uns ausgewählten Platz hätte es keine Schmetterlinge mehr. Aber bei ihnen gäbe es noch welche.
- Erst später kommt heraus, dass man die Schmetterlinge von beiden Plätzen aus erreichen kann. Nur möchte natürlich jeder Guide die sowieso schon wenigen Touristen möglichst für sich haben, Wirklich übel nehmen kann man es ihnen nicht.
- Alle freuen sich über uns Touristen aus Europa, die Devisen ins Land bringen, die dringend gebraucht werden.
- Mit dem Wetter haben wir wieder einmal großes Glück. Auf der Fahrt und nach der Wanderung regnet es, aber während wir zu den Schmetterlingen wandern, ist es schön. So soll es doch sein!
- Als wir bei den Monarchfaltern sind, lässt sich die Sonne blicken.
- Es ist schon unglaublich zigtausende Schmetterlinge so dicht gedrängt zu sehen.
- Jedes Jahr kehren sie an genau diese Stelle zurück. Man sagt, sie navigieren über die Sonne, da sie die ultraviolette Strahlung wahrnehmen können. Zudem haben sie Magnetit im Kopf.
- Die Natur steckt voller Wunder und wir haben das enorme Glück, ganz viele davon erleben zu dürfen!
- Am nächsten Tag geht es weiter. Ein paar Camper, inklusive der Reiseleitung lassen sich vom Maps.me auf Abwege leiten.
- Zu Beginn sieht die Piste noch recht passabel aus.
- Doch das ändert sich bald und ist dann irgendwann nur noch ein schlechter Waldweg.
- Wir sind erleichtert, als wir wieder Asphalt unter den Rädern haben.
- Begegnung unterwegs.
- Eine Mautstelle wird bestreikt. Die Streikenden fordern die Regierung auf, den Professor Leobardo Reyes Meza, Mitglied der Frente Nacional de Lucha por el Socialismo freizulassen. Er ist ein politischer Gefangener einer linken Bewegung. Die genauen Hintergründe kenne ich nicht, weiß aber, dass in Lateinamerika immer wieder aus Sicht der Regierung „unbequeme“ Menschen plötzlich verschwinden…Wir freuen uns über die Gratis-Mautstelle und spenden ein paar Pesos.
- Mexiko erscheint endlos.
- Was die Fläche Mexikos betrifft, ist es etwa 5,5-mal so groß wie Deutschland.
- Wir erreichen Chapala südlich von Guadalajara.
- Der Ort liegt sehr idyllisch am See. Wir übernachten auf einer großen Fläche, wo hin und wieder Autokino stattfindet. Heute wird allerdings kein Film gezeigt.
- Na dann drehen wir eben unseren eigenen Film! Wenn man so die Promenade entlangschlendert, hat man fast das Gefühl irgendwo am Lago di Garda oder am Bodensee zu sein.
- Dort wären dann höchstens die weißen Pelikane eher Schwäne, aber wer nimmt das schon so genau.
- Kleine Fischerboote am Ufer.
- Im Ort sehen wir auffallend viele US-amerikanische Rentner. Sie werden durch das ganzjährig angenehme Klima angezogen. Preislich ist es in Mexiko auch interessant, denn das tägliche Leben kann man sich hier auch mit einer kleinen Rente gut leisten.
- Am nächsten Morgen fahren wir noch ein Stück am See entlang und genießen den herrlichen Ausblick, als uns ein Anruf von Flavio und Christa erreicht.
- Sie sind mit Ihrem Morelo auf der Autobahn liegen geblieben. Sie können keinen Gang mehr einlegen und stehen auf dem Randstreifen.
- Das Diagnosegerät gibt keine Auskunft, irgendetwas klappt mit der Kommunikation zwischen Computer und Fahrzeug nicht. Wir bestellen einen Abschlepper. Vor drei Jahren haben wir ganz in der Nähe schon einen Tieflader benötigt. David erinnert sich noch an uns, kann aber angesichts der Größe des Wohnmobils diesmal nicht helfen. Aber er hört sich bei der Konkurrenz um.
- Unterdessen wird klar, dass kein Tieflader kommen wird, sondern nur die Vorderräder angehoben werden. Da der Iveco ein Automatikgetriebe hat, muss für das Schleppen die Kardanwelle abgehängt werden. Flavio liegt ja gern unter dem Auto und macht sich sogleich an die Arbeit.
- Und man sieht recht schnell, dass er wirklich gearbeitet hat!
- David ist bei einem Mitbewerber fündig geworden, aber das Abschleppunternehmen möchte zuerst Geld haben. Da ich nach Mexiko keine Sofortüberweisung durchführen kann, erklärt sich David bereit, das für mich zu übernehmen. Wir treffen uns und ich übergebe ihm das Geld in Bar.
- Ständig kommen normalerweise Wendemöglichkeiten auf den Autobahnen, Aber nur, wenn man sie nicht braucht. Auf dem Rückweg muss ich einen großen Umweg fahren, um wieder zu Christa und Flavio zu gelangen. Aus einem 27km Abstecher werden am Ende 147 Kilometer, unglaublich oder!
- Auch der Abschlepper muss diesen Umweg fahren und braucht daher lange, bis er bei uns eintrifft. Das Hochheben der Vorderachse ist nicht ganz einfach, da der Wagen vorne sehr niedrig ist und die Hebevorrichtung die Plastikschürze beschädigen würde.
- Wir sehen uns das Ganze genauer an.
- Zum Glück verfügt der Morelo über hydraulische Stützen, mit denen man das Fahrzeug anheben kann, denn ohne diese Hilfe hätte die Hebevorrichtung vorne das tiefe Plastikteil kaputtgerissen.
- Geschafft, der „Dicke“ ist angehängt. Die Fahrt zur Werkstatt kann beginnen!
- Vor drei Jahren hatten wir Teilnehmer in genau dieser Werkstatt in Guadalajara. Dadurch, dass wir noch die Privatnummern im Telefon haben, erreichen wir, dass wir am Sonntagabend auf das Gelände der geschlossenen Werkstatt fahren und sogar dort übernachten dürfen.
- Was für ein Tag. Auch wenn es gerade nicht gut aussieht, verlieren Christa und Flavo Ihren Frohmut nicht. Wir nehmen einen Drink und essen eine feine Pizza, bevor wir uns in der Werkstatt für die Nacht einrichten.
- Die Gruppe übernachtet auf einem Campingplatz am Meer, während wir selbst im Werkstatthof schlafen.
- Die Nacht in der Werkstatt verläuft erstaunlich ruhig. Am nächsten Morgen machen sich die Mechaniker etwas zögerlich an die Arbeit. Die Werkstatt ist ziemlich voll und vor Ostern haben sie viel Arbeit, die auf Termin fertig werden muss.
- Sie finden defekte ABS-Sensoren, bei denen die Kabel durchgeschmort sind. Auch die Handbremse funktioniert nicht mehr. Beides geben sie in Spezialwerkstätten zum Reparieren, denn die Ersatzteile bekommt man hier nicht. Erst wollen wir die Sensoren bestellen, aber wegen Corona dauert das aktuell mit etwa 26 Tagen eine halbe Ewigkeit.
- In einer Reifenwerkstatt besorgen ich für unsere Brüder noch neue Reifen und nutze die Gelegenheit, auf meinen Camper sechs neue Reifen aufziehen zu lassen. Das wäre sowieso bald fällig gewesen.
- Als sie in der Werkstatt Feierabend machen, verabschieden wir uns. Flavio und Christa rechnen mit einigen Tagen Wartezeit, mieten sich einen PKW und fahren ans Meer. Wir ziehen mit der Gruppe weiter, bleiben aber mit der Werkstatt und den Beiden in Kontakt.
- Als Sandra und ich auf dem Campingplatz bei San Blas ankommen, ist es bereits stockfinster. Erst am nächsten Morgen sehen wir, wie schön es hier ist. Es fällt uns schwer, einen Camper zurückzulassen. Drückt uns die Daumen, dass sie den Camper schnell reparieren!